Zur aktuellen Situation

Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland distanziert sich von den bundesweiten Kundgebungen am 24., 25. Januar 2016 mit Beteiligung von Deutschen aus Russland.

Zitat: „Wir sind sehr darüber in Sorge, dass die jüngsten Ereignisse in den Medien und der Gesellschaft ein verzerrtes Bild unserer Landsleute entstehen lassen. Wir warnen eindringlich davor, das Verhalten nichtrepräsentativer Gruppen auf die gesamte Personengruppe der Deutschen aus Russland zu übertragen… Offensichtlich gibt es Kräfte, die ein Interesse an der gesellschaftlichen Destabilisierung Deutschlands haben. Wir dürfen und werden uns auf Provokationen, Propaganda und Hetze nicht einlassen.“

Konfirmandenunterricht für Erwachsene

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Alexander hat damit angefangen. „Mir fehlt noch die Konfirmation. Als wir nach Deutschland kamen, fühlte ich mich in der Sprache nicht sicher. Aber jetzt verstehe und spreche ich gut.“ Er über-redete seine Geschwister Lilli und Eduard zum Mitmachen: Ein eigener Konfirmandenunterricht für Erwachsene wurde für sie organisiert – in ihrem Wohnort Dillingen. Alle drei kamen mit ihren Familie Anfang der Neunziger Jahre aus Karaganda in Kasachstan. Inzwischen sind die eigenen Kinder konfirmiert. Die Familien haben sich gut integriert, fühlen sich wohl in Deutschland.

Als Aussiedlerseelsorgerin des Dekanates Neu-Ulm habe ich schon viele Erwachsene getauft oder konfirmiert, darunter auch zwei Frauen aus den neuen Bundesländern… Schwerpunkte des Unterrichtes sind Glaubensbekenntnis, Taufe und Abendmahl – und was sonst noch an Fragen aufkommt. Beim zweiten Abend gab es diesmal eine Information über die Entstehung der Heiligen Schrift – Das dicke hebräische Alte Testament und das dünne Neue Testament auf Griechisch machten Eindruck.

Nach der Konfi-Stunde deckt Olesja, Alexanders (katholische) Frau, jedes Mal den Tisch – und es gibt Kaffe, Tee und selbstgebackenen Kuchen. In fröhlicher Atmosphäre wird gefragt, erzählt – es geht noch weiter.
„Manche Erwachsene schämen sich.“ meint Eduard. „Sie denken, sie sind zu alt, um noch einmal Konfirmand zu sein.“ Ihn hat nicht nur sein Bruder Alexander überzeugt. „Einmal habe ich das das alte Konfirmationszeugnis unseres Vaters in der Hand gehabt. Das hat mich so berührt. Ich habe gespürt, mir fehlt noch was. Ich möchte das auch.“ Anknüpfen an die Tradition der Vorfahren? – Ja, das ist es . Was ihnen heilig war, möchte er auch heilig halten.

Lilli erzählt gerührt, wie ihre Tochter reagiert hat. „Ja, Mama, zu deiner Konfirmation musst du auch ein Geschenk bekommen! Ich werde dir ein Geschenk aussuchen!“

Alexander meint, er kenne noch mehr Leute seines Alters, die Interesse hätten, sich konfirmieren zu lassen. „Sie trauen sich bloß nicht, nachzufragen.“ sagt er. Ich ermutige meine drei Konfirmanden, unter ihren Bekannten Werbung zu machen. Vielleicht kommt ja eine neue Konfirmandengruppe aus Erwachsenen zusammen.

Pfarrerin Marion Abendroth

Infos zum Tauf- oder Konfirmandenunterricht für Erwachsene
(nicht nur für Aussiedler) bei Pfrin. Marion Abendroth Tel. (0731) 71 30 58 7





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